Hello my name is Hera

Wie bist du eigentlich zum Graffiti gekommen?
Ich habe mich in Graffiti verliebt bevor ich wusste, dass es Graffiti heißt. Als Kind aus Frankfurt haben die bunten Bilder meine Stadt strukturiert und der große Wal hat mir die Richtung zum Hauptbahnhof gezeigt. Kunst war ein Lebenszeichen in all dem Grau.

Für welche Werte steht deine Kunst?
Kunst ist Kommunikation. Ich male nicht anonym, weil ich das Gespräch suche. Ich möchte Brücken bauen. Deshalb zensiere ich meine eigene Kunst; mache sie einfach zugänglich. Ich habe mich bewusst entschieden nicht zu zerstören, sondern zu verschönern.

Was brauchst du um dich kreativ entfalten zu können?
Um kreativ zu sein brauche ich unglaublich viel Input. Ich brauche Geschichten, Bücher Musik Filme Fernsehen, Informationen aus Zeitungen. Meine Kunst ist das zu verarbeiten und meine Statements zu formulieren.

Welche Rolle spielt Kreativität für dich?
Ohne Kreativität wäre ich wohl nicht mehr hier, weil es für mich ein Rettungsanker war. Das Leben hätte mich als Kind oder Teenager verschluckt, wenn ich nicht Letzen Endes Stift und Sprühdose gefunden hätte um mich daran festzuhalten. Damit hatte ich die Möglichkeit Dinge loszuwerden; indem ich sie illustriere und loswerde.

Warum machst du was du machst?
In meinen Bildern ist mir wichtig geschriebene Botschaften einzuarbeiten. Poesie und Inspiration zu verbreiten, damit der Weg durch die urbane Welt nicht ganz so grau ist.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ich wünsche mir für die Zukunft, dass das Gender noch weniger zum Thema gemacht wird. Die Checkbox auf Formularen sollte einfach Human heißen. Das Geschlecht mit dem wir aufgewachsen sind spielt keine Rolle. Es zählt nur wohin wir wollen und wie wir uns in unserer Gesellschaft äußern.